Bipolartransistoren sind vielseitige Halbleiterbauelemente zur Signalverstärkung und Stromsteuerung in der Elektronik. Der Beitrag erklärt Aufbau, Funktionsweise, Betriebsarten und den Unterschied zum MOSFET. Außerdem werden typische Anwendungen von BJTs anschaulich erläutert.
Bipolartransistor sind Halbleiterbauelemente, die zur Verstärkung elektrischer Signale und zur Steuerung von Strömen in elektronischen Schaltungen eingesetzt werden. Mit ihrer Hilfe kann ein kleiner Steuerstrom einen deutlich größeren Strom durch eine Last kontrollieren.
Solche Transistoren finden Anwendung in Verstärkern, Schaltern, Signalgebern und anderen elektronischen Geräten. Im Folgenden erfahren Sie, wie ein Bipolartransistor aufgebaut ist, wie er funktioniert und worin er sich von einem MOSFET unterscheidet.
Ein Bipolartransistor, auch BJT (Bipolar Junction Transistor) genannt, besteht aus drei Halbleiterbereichen mit abwechselnder Leitfähigkeit. Seine Besonderheit liegt darin, dass der Ladungstransport durch zwei Arten von Ladungsträgern erfolgt - Elektronen und Defektelektronen (Löcher). Daher der Name "bipolar".
Der Transistor hat drei Anschlüsse:
Bei korrekter Beschaltung ermöglicht ein kleiner Basisstrom die Steuerung eines deutlich größeren Stroms zwischen Kollektor und Emitter.
Bipolartransistoren werden in zwei Haupttypen unterteilt, die sich durch die Anordnung der Halbleiterbereiche und die Polarität der Steuerspannungen unterscheiden:
Beide Typen erfüllen die gleichen Grundfunktionen, benötigen jedoch unterschiedliche Polaritäten. NPN-Transistoren werden häufig für die Schaltung der Last auf der Masse-Seite verwendet, während PNP-Transistoren auf der Plus-Seite zum Einsatz kommen.
Das Funktionsprinzip des Bipolartransistors beruht darauf, dass der Kollektorstrom mit einem kleinen Basisstrom gesteuert wird. Liegt zwischen Basis und Emitter die notwendige Durchlassspannung an, beginnt ein Strom durch den Transistor zu fließen.
Im aktiven Betrieb ist der Kollektorstrom annähernd proportional zum Basisstrom. Dadurch eignet sich der Transistor hervorragend zur Verstärkung schwacher elektrischer Signale.
Die Fähigkeit des Transistors, Strom zu verstärken, wird durch den Verstärkungsfaktor β (Beta) oder hFE beschrieben.
Die Formel lautet:
β = IC / IB
Beispiel: Beträgt der Verstärkungsfaktor 100 und der Basisstrom 0,1 mA, so fließt im aktiven Betrieb ein Kollektorstrom von ca. 10 mA.
Wichtig: Der Wert von β ist nicht konstant, sondern hängt vom verwendeten Transistor, der Temperatur und den Betriebsbedingungen ab. Im Sättigungsbetrieb lässt sich der Kollektorstrom nicht mehr exakt über β bestimmen.
Je nach Spannung an den Anschlüssen und der Stärke des Steuerstroms kann ein Bipolartransistor in verschiedenen Betriebsarten arbeiten:
Beispiel: Beim Schalten einer LED mit einem NPN-Transistor versetzt ein ausreichender Basisstrom den Transistor in die Sättigung und die LED leuchtet. Wird der Basisstrom abgeschaltet, sperrt der Transistor und die LED erlischt.
Für die Begrenzung des Basisstroms wird meist ein Vorwiderstand verwendet. Auch der Strom durch die LED sollte durch einen separaten Widerstand oder eine geeignete Schaltung begrenzt werden.
Der entscheidende Unterschied zwischen Bipolartransistor und MOSFET liegt in der Ansteuerung. Während der BJT durch einen Basisstrom gesteuert wird, arbeitet der MOSFET mit einer Spannung zwischen Gate und Source.
Beim Bipolartransistor ist ein kontinuierlicher Basisstrom erforderlich, um das leitende Verhalten aufrechtzuerhalten. Beim MOSFET hingegen ist das Gate vom Strompfad isoliert, sodass praktisch kein Steuerstrom fließt - allerdings muss beim Schalten die Gate-Kapazität geladen und entladen werden.
Mehr über Aufbau und Besonderheiten von Feldeffekttransistoren finden Sie im Artikel "Wie funktionieren Feldeffekttransistoren: Einfach erklärt, Aufbau und Anwendungen".
Zum Artikel über MOSFET und Feldeffekttransistoren
| Eigenschaft | Bipolartransistor | MOSFET |
|---|---|---|
| Ansteuerung | Basisstrom | Gatespannung |
| Eingangswiderstand | Relativ niedrig | Sehr hoch |
| Verluste im eingeschalteten Zustand | Abhängig von Sättigungsspannung | Abhängig vom Kanalwiderstand |
| Schaltgeschwindigkeit | Kann durch gespeicherte Ladung begrenzt sein | Hängt von Gate-Kapazität und Treiber ab |
| Typische Anwendung | Verstärker, kleine Schalter | Leistungsschalter, Netzteile |
Bipolartransistoren werden bevorzugt zur Verstärkung analoger Signale und für einfache Steuerschaltungen kleiner Lasten eingesetzt.
MOSFETs eignen sich meist besser für das effiziente Schalten großer Ströme, insbesondere in Schaltnetzteilen. Die endgültige Wahl hängt jedoch stets von den Eigenschaften des Bauteils, der Spannung, Schaltfrequenz und den Schaltungsanforderungen ab.
Bipolartransistoren sind sowohl in der analogen als auch in der digitalen Elektronik gefragt, wenn es um die Verstärkung von Signalen oder die Steuerung elektrischer Lasten geht.
Trotz der weiten Verbreitung von MOSFETs bleiben Bipolartransistoren wegen ihrer Verfügbarkeit, Modellvielfalt und guten Verstärkungseigenschaften beliebt.
Mit einem Bipolartransistor lässt sich ein großer Strom mit einem kleinen Basisstrom steuern. Die Funktion basiert auf dem Zusammenspiel von Emitter, Basis und Kollektor. Je nach Betriebsart kann der Transistor schwache elektrische Signale verstärken oder als elektronischer Schalter dienen.
Für die Verstärkung schwacher analoger Signale und für einfache Steuerschaltungen sind BJTs oft eine komfortable Lösung. Wer hingegen große Ströme effizient schalten will, sollte MOSFETs in Betracht ziehen und die Bauteilmerkmale vergleichen.