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Domofon: Aufbau, Funktion und Sicherheitsaspekte moderner Türsprechanlagen

Ein Domofon ist mehr als nur eine Klingel - es verbindet Kommunikation und Zugangskontrolle in einem System. Erfahren Sie, wie ein Domofon aufgebaut ist, wie die Komponenten zusammenarbeiten und wie das Elektromagnet-Schloss für Sicherheit sorgt. Moderne Türsprechanlagen bieten Komfort und Schutz für jedes Gebäude.

26. Okt. 2026
7 Min
Domofon: Aufbau, Funktion und Sicherheitsaspekte moderner Türsprechanlagen

Domofon - das ist ein Kommunikations- und Zugangskontrollsystem, das es ermöglicht, zu erkennen, wer vor der Tür steht, mit dem Besucher zu sprechen und die Tür aus der Ferne zu öffnen. Wer versteht, wie ein Domofon funktioniert, sieht darin eine Abfolge einfacher Schritte: Der Besucher wählt die Wohnungsnummer, das System stellt die Verbindung zum Bewohner her, ermöglicht ein Gespräch - und nach dem Drücken der Öffnungstaste wird das Elektromagnet-Schloss kurzzeitig entriegelt.

Hinter diesem alltäglichen Vorgang stehen mehrere Geräte. Das Außentableau nimmt die Eingaben des Besuchers entgegen, der Controller steuert das gesamte System, das Handgerät oder das Display verbindet Bewohner und Besucher, und das Elektromagnet-Schloss hält die Eingangstür sicher verschlossen. Ergänzt werden diese Komponenten durch ein Netzteil, Kommunikationsleitungen und einen Türschließer, der die Tür wieder in ihre Ausgangsposition bringt.

Sehen wir uns den Aufbau eines Domofons entlang der gesamten Kette an - vom Drücken des Klingelknopfs bis zu dem Moment, wenn der Elektromagnet die Tür freigibt und der Besucher eintreten kann.

Was ist ein Domofon und wie ist das System aufgebaut?

Ein Domofon besteht aus mehreren Geräten, die Besuch und Zugangskontrolle miteinander verbinden. Daher ist das Gerät mehr als nur das Tastenfeld am Hauseingang - es ist nur ein Teil der Gesamtlösung.

Außen wird das Außentableau montiert. Es enthält eine Tastatur oder einzelne Wohnungstasten, Mikrofon, Lautsprecher und bei Videodomofonen zusätzlich eine Kamera. Über dieses Panel wählt der Besucher die Wohnungsnummer und spricht mit dem Bewohner.

Die Steuerung der Kommandos übernimmt der Controller des Domofons. Er entscheidet, welche Wohnung angerufen wird, sendet das Signal an das entsprechende Teilnehmergerät und nimmt die Öffnungsanweisung entgegen. Je nach System ist der Controller im Außentableau integriert oder separat installiert.

Im Wohnbereich befindet sich in der Regel ein Handgerät oder ein Bildschirm. Darüber hört der Bewohner den Ruf, spricht mit dem Besucher und kann die Tür öffnen. Moderne Systeme nutzen statt eines Handgeräts Touch-Panels oder sogar mobile Apps.

Alle Komponenten sind über Leitungen miteinander verbunden, über die sowohl Steuerungsbefehle als auch Sprachsignale - und bei Videodomofonen das Bild - übertragen werden. Ein separates Netzteil versorgt die Elektronik und das Türschloss mit Strom.

An der Haustür ist meist ein elektromagnetisches Schloss installiert. Solange die Spule unter Strom steht, hält der Magnet die Metallplatte an der Tür fest geschlossen. Nach der Öffnungsfreigabe durch den Controller wird die Stromversorgung kurz unterbrochen.

Nach dem Eintritt bringt der Türschließer die Tür eigenständig zurück in die geschlossene Position. Der Elektromagnet zieht die Gegenplatte erneut an, und der Zugang ist bis zur nächsten Berechtigung gesperrt.

Was passiert nach dem Drücken des Klingelknopfs?

Wenn der Besucher die Wohnungsnummer eingibt und den Klingelknopf betätigt, übermittelt das Außentableau diesen Befehl an den Controller. Für das System ist die Nummer mehr als eine Ziffer - sie ist die Adresse eines bestimmten Teilnehmergeräts im Domofon-Netzwerk.

Der Controller erkennt, welche Wohnung gerufen werden soll, und sendet das Signal über die Leitung. In älteren analogen Systemen sind die Wohnungen per Leitungsplan verbunden, in modernen digitalen Domofonen hat jedes Teilnehmergerät eine eigene Adresse.

Nach Empfang des Signals beginnt das Handgerät oder der Bildschirm in der Wohnung zu klingeln. Gleichzeitig wird der richtige Kommunikationskanal aktiviert, sodass nach Abheben des Hörers oder Drücken der Antworttaste das Gespräch beginnen kann.

Andere Wohnungen bleiben in der Regel von diesem Gespräch ausgeschlossen. Der Controller wählt gezielt nur das Abonnentenmodul, das der eingegebenen Nummer entspricht - der Ruf wird nicht an alle verteilt.

Reagiert der Bewohner nicht, bricht der Controller nach einer gewissen Zeit den Ruf ab und gibt die Leitung frei. Das Außentableau ist dann wieder bereit, eine neue Nummer oder einen anderen Befehl entgegenzunehmen.

Wie überträgt das Domofon die Stimme in beide Richtungen?

Sobald der Bewohner den Ruf annimmt, schaltet das Domofon in den Gesprächsmodus. Das Mikrofon des Außentableaus wandelt die Stimme des Besuchers in elektrische Signale um, die über die Leitung zum Handgerät oder Bildschirm gelangen.

Dort werden die Signale an den Lautsprecher weitergeleitet und wieder in Ton umgewandelt. Spricht der Bewohner, läuft der Vorgang umgekehrt: Das Mikrofon im Handgerät nimmt die Stimme auf, das System sendet sie zum Außentableau, wo der Lautsprecher am Eingang sie wiedergibt.

Je nach Bauart nutzt das Domofon Duplex- oder Halbduplex-Kommunikation. Im ersten Fall können beide Seiten praktisch gleichzeitig sprechen, wie beim Telefon. Einfachere Systeme trennen die Übertragungsrichtungen stärker, sodass bei gleichzeitiger Rede ein Sprecher leiser klingt oder unterbrochen wird.

Bei Videodomofonen wird parallel zum Ton das Kamerabild übertragen. Am Prinzip der Türöffnung ändert sich dadurch nichts: Das Video hilft dem Bewohner lediglich, den Besucher zu sehen, der Befehl zur Entriegelung wird trotzdem separat erteilt.

Die Sprachverbindung ist nicht für die Steuerung des Schlosses selbst nötig, sondern für die Entscheidungsfindung. Nach dem Gespräch beendet der Bewohner entweder den Ruf oder drückt die Öffnungstaste - dann folgt der nächste Schritt: die Kontrolle des Elektromagnet-Schlosses.

Wie öffnet das Domofon die Tür?

Nach dem Gespräch betätigt der Bewohner am Handgerät oder Monitor die Öffnungstaste. Diese schaltet das Schloss nicht direkt frei, sondern sendet einen Steuerbefehl an den Controller.

Der Controller empfängt das Signal und verändert für einen kurzen Moment den Zustand des Stromkreises, der das Elektromagnet-Schloss versorgt. Dafür wird meist ein Relais oder elektronischer Schalter verwendet. Solange das Schloss unter Strom steht, hält der Magnet die Metallplatte an der Tür. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, lässt die Haltekraft nach.

Deshalb öffnet das Domofon die Tür nicht mechanisch, sondern durch kurzes Abschalten des Elektromagneten. In diesem Moment kann der Besucher die Tür aufstoßen oder ziehen und eintreten.

Die Entriegelung dauert nur wenige Sekunden - ausreichend, um die Tür zu öffnen, aber nicht, um sie dauerhaft ungesichert zu lassen. Danach legt der Controller wieder Strom an das Schloss.

Schließt sich die Tür, bringt der Türschließer sie zurück an den Rahmen, die Metallplatte wird erneut zum Elektromagneten gezogen, und die Tür ist wieder gesichert. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Sekunden und wiederholt sich bei jedem Öffnungsbefehl.

Wie funktioniert das Elektromagnet-Schloss im Domofon?

Das Elektromagnet-Schloss besteht aus einem Gehäuse mit Spule und einer Metall-Gegenplatte an der Tür. Fließt Strom durch die Spule, entsteht ein Magnetfeld, das die Platte mit großer Kraft anzieht und die Tür geschlossen hält.

Im Unterschied zu herkömmlichen Schlössern gibt es keinen mechanischen Riegel, der in das Schließblech greift. Die Haltekraft wird ausschließlich durch den Elektromagneten erzeugt - zur Entriegelung genügt es, die Stromzufuhr zur Spule zu unterbrechen.

Nach dem Signal vom Controller wird die Spannung am Schloss kurzfristig abgeschaltet. Das Magnetfeld verschwindet fast sofort, und die Tür kann ohne Widerstand geöffnet werden. Nach wenigen Sekunden wird die Stromversorgung wiederhergestellt, endgültig verriegelt ist die Tür aber erst, wenn der Türschließer sie vollständig schließt und die Metallplatte den Magneten wieder berührt.

Dieses Prinzip erklärt, warum viele Haustür-Elektromagnete bei Stromausfall entriegelt werden. Sie arbeiten nach dem "fail-safe"-Prinzip: Ohne Strom kann der Magnet die Tür nicht festhalten. Das ist aus Sicherheitsgründen wichtig - im Notfall, bei Stromausfall oder Evakuierung darf der Eingang nicht versperrt bleiben.

Damit das Domofon auch bei kurzen Stromunterbrechungen funktioniert, kann ein Notstrom-Akku ergänzt werden. Das Grundprinzip des Elektromagnet-Schlosses bleibt jedoch: Strom wird benötigt, um die Tür geschlossen zu halten.

Fazit

Ein Domofon vereint zwei Funktionen: die Kommunikation mit Besuchern und die Zugangskontrolle zum Gebäude. Nach der Eingabe der Wohnungsnummer leitet der Controller den Ruf an das Teilnehmergerät weiter, ermöglicht das Gespräch und entriegelt nach dem Befehl des Bewohners die Eingangstür temporär.

Bei Systemen mit Elektromagnet-Schloss wird die Tür geöffnet, indem die Stromzufuhr zur Spule kurzzeitig unterbrochen wird. Der Magnet löst die Metallplatte, die Tür lässt sich öffnen, und nach dem Schließen sorgt der Türschließer für erneute Verriegelung.

Das Funktionsprinzip eines Domofons lässt sich als Kette darstellen: Ruf → Gespräch → Befehl an den Controller → Abschalten des Elektromagneten → Türöffnung → erneute Verriegelung. Gerade das Zusammenspiel dieser Komponenten macht aus einer gewöhnlichen Haustür ein sicheres und komfortables Zutrittskontrollsystem.

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