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Strichcodes einfach erklärt: Aufbau, Funktion und Unterschiede zu QR-Codes

Strichcodes ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Produktidentifikation im Handel. Erfahren Sie, wie Strichcodes aufgebaut sind, wie sie gelesen werden und welche Unterschiede es zu QR-Codes gibt. Der Beitrag erklärt die wichtigsten Strichcode-Typen, ihre Funktionsweise und ihren Einsatz in Handel und Logistik.

27. Okt. 2026
6 Min
Strichcodes einfach erklärt: Aufbau, Funktion und Unterschiede zu QR-Codes

Strichcode ist eine Methode zur Codierung von Informationen mittels schwarzer Balken und weißer Zwischenräume unterschiedlicher Breite. Man findet ihn praktisch auf jedem Produkt - von Lebensmitteln bis zu Haushaltsgeräten. Ein Scanner liest diese Abfolge, wandelt sie in einen Zahlencode um und überträgt ihn an ein Computersystem.

Ein Strichcode speichert dabei jedoch nicht den Produktnamen, den Preis oder dessen Eigenschaften. Er enthält in der Regel eine Kennnummer, über die das Kassensystem den passenden Eintrag in der Datenbank findet. Daher kann ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Geschäften unterschiedlich viel kosten, obwohl der Strichcode auf der Verpackung identisch bleibt.

Im Folgenden erklären wir, wie ein Strichcode funktioniert, was die Balken und Ziffern darunter bedeuten und warum eine einfache Linienfolge es der Kasse ermöglicht, ein Produkt blitzschnell zu identifizieren.

Was ist ein Strichcode und wie ist er aufgebaut?

Ein Strichcode ist eine grafische Darstellung von Daten, bei der Informationen durch das Wechselspiel von dunklen und hellen Bereichen dargestellt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Text ist diese Darstellung vor allem für die automatisierte Erfassung mit spezieller Technik gedacht.

Jeder Balken und jeder Zwischenraum hat eine bestimmte Breite. Nicht die Anzahl der Linien, sondern ihre Abfolge und Breite codiert Ziffern oder andere Zeichen.

Die Bestandteile eines linearen Strichcodes

  • Schwarze Balken: Dunkle Bereiche, die die Codesequenz bilden.
  • Weiße Zwischenräume: Helle Flächen zwischen den Balken, die ebenfalls zur Codierung beitragen.
  • Start- und Stop-Elemente: Spezielle Kombinationen zur Erkennung der Codegrenzen.
  • Ziffern unter dem Strichcode: Menschlich lesbare Darstellung der codierten Nummer.

Am Rand des Codes befinden sich sogenannte Ruhezonen - freie helle Bereiche, damit der Scanner den Strichcode besser vom restlichen Verpackungsdesign unterscheiden kann.

Eine wichtige Eigenschaft ist, dass die Breite der Balken immer im Verhältnis zu den anderen Elementen steht. Deshalb kann ein Strichcode in unterschiedlichen Größen gedruckt werden, solange Struktur und Lesbarkeit gemäß Standard erhalten bleiben.

Wie funktioniert ein Strichcode und wie liest ihn ein Scanner?

Das Funktionsprinzip basiert darauf, dass Licht unterschiedlich von hellen und dunklen Flächen reflektiert wird. Weiße Zwischenräume reflektieren mehr Licht, schwarze Balken absorbieren einen Großteil. Der Scanner erkennt so die Abfolge der Elemente und wandelt sie in digitale Daten um.

Die Schritte beim Auslesen:

  1. Beleuchtung des Strichcodes: Der Scanner sendet Licht auf die Verpackungsoberfläche oder nutzt eine Kamera für das Bild.
  2. Erkennung der Balken: Ein optischer Sensor registriert das Muster der hellen und dunklen Bereiche und misst ihre Breite.
  3. Decodierung: Ein Algorithmus wandelt das Muster gemäß Strichcode-Standard in Zahlen oder Zeichen um.
  4. Produktsuche: Das Kassensystem erhält den Identifikator und findet den passenden Eintrag in der Datenbank.

Beispielsweise erhält die Kasse beim Einscannen einer Milchpackung einen Zahlencode, gleicht ihn mit dem Datensatz ab (Name, Preis, weitere Infos) und zeigt diese Informationen auf dem Display sowie auf dem Kassenbon an.

Der Scanner erkennt also nicht das Produkt selbst und bestimmt auch nicht anhand der Verpackung den Preis. Er liest ausschließlich den codierten Identifikator aus.

Moderne Scanner arbeiten mit Lasertechnologie oder Kameras mit Bildsensoren. Kamerabasierte Modelle können neben linearen Strichcodes auch zweidimensionale Codes wie QR-Codes erfassen.

Welche Informationen enthält ein Strichcode?

Ein gewöhnlicher Strichcode auf Waren enthält eine eindeutige Kennnummer zur Erfassung und Suche in IT-Systemen. Einer der meistgenutzten Standards ist der EAN-13, der aus 13 Ziffern besteht.

Der Aufbau einer EAN-13-Nummer:

  • GS1-Präfix: Die ersten Ziffern geben die GS1-Organisation an, die den Nummernbereich vergibt (nicht zwingend das Produktionsland).
  • Firmen- und Artikelnummer: Ziffernkombination zur Identifikation des jeweiligen Produkts.
  • Prüfziffer: Die letzte Ziffer wird nach einem Algorithmus berechnet und hilft, Lesefehler zu erkennen.

So haben beispielsweise zwei identische Produkte einer Marke, aber mit unterschiedlichem Volumen, meist unterschiedliche Strichcodes. Damit kann die Kasse die Packungen unterscheiden und die richtigen Preise zuordnen.

Preis, Haltbarkeit und Lagerbestand werden in der Regel nicht im EAN-13 gespeichert. Diese Daten liegen in der Datenbank des Geschäfts und sind mit dem Produkt-Identifikator verknüpft.

Die Prüfziffer erhöht zusätzlich die Zuverlässigkeit: Wird eine Ziffer beim Scannen falsch erkannt, kann dies über die Prüfziffer entdeckt und der Code abgelehnt werden.

Genau deshalb bleibt der Strichcode ein einfaches und effektives Werkzeug: Statt viele Informationen auf die Verpackung zu drucken, reicht eine kurze Kennnummer, über die das System alle nötigen Daten abruft.

Welche Strichcode-Typen gibt es?

Strichcodes unterscheiden sich nach der Anzahl der Zeichen, der Codierungsmethode und dem Einsatzzweck. Manche dienen der Kennzeichnung von Waren im Handel, andere werden in Lager, Produktion oder Logistik verwendet.

EAN-13, EAN-8 und UPC

Im Einzelhandel sind drei Formate am häufigsten:

  • EAN-13: 13-stellig, international weit verbreitet zur Artikelidentifikation.
  • EAN-8: Kürzeres Format mit 8 Ziffern, für kleine Verpackungen geeignet.
  • UPC-A: 12-stellig, vor allem in den USA und Kanada gebräuchlich.

Alle drei Formate ermöglichen eine schnelle Produktidentifikation an der Kasse. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Struktur und Anzahl der codierten Ziffern.

Code 128 und weitere Formate

Außerhalb des Einzelhandels werden Strichcodes eingesetzt, die nicht nur Zahlen, sondern auch Buchstaben oder zusätzliche Steuerzeichen codieren können.

Code 128 wird etwa in der Logistik, Lagerverwaltung und für Versandverpackungen genutzt. Er erlaubt alphanumerische Kennungen, was für die Sendungsverfolgung und Auftragsbearbeitung praktisch ist.

Ein weiteres Format, Code 39, findet sich in der Industrie und bei der Geräteverwaltung. Es unterstützt Zahlen, lateinische Buchstaben und eine begrenzte Zahl an Sonderzeichen.

Die Wahl des Formats richtet sich nach dem Anwendungsfall: Für den Verkauf reicht meist EAN-13, für interne Kennzeichnung oder Logistik sind flexiblere Systeme wie Code 128 gefragt.

Was unterscheidet den Strichcode vom QR-Code?

Strichcode und QR-Code verfolgen ein ähnliches Ziel: Geräte können Informationen ohne manuelle Eingabe erfassen. Die Art der Datencodierung unterscheidet sich jedoch grundlegend.

Der klassische Strichcode ist linear: Die Informationen werden als Abfolge von Balken und Zwischenräumen dargestellt. Der QR-Code ist ein zweidimensionaler Code - Daten sind horizontal und vertikal als kleine Quadrate angeordnet.

Die wichtigsten Unterschiede:

  • Informationsmenge: Lineare Strichcodes enthalten meist kurze Kennnummern, QR-Codes können deutlich mehr Daten speichern.
  • Datentyp: Ein QR-Code kann Text, Weblinks oder Kontaktinfos enthalten. Lineare Strichcodes sind je nach Format auf Nummern oder bestimmte Zeichensätze beschränkt.
  • Lesegeräte: Für QR-Codes braucht man ein Gerät zur Erkennung des 2D-Bildes. Strichcodes können auch mit Laserscannern gelesen werden.
  • Fehlerkorrektur: QR-Codes bieten eine Fehlerkorrektur, sodass auch bei Beschädigung Teile der Information wiederhergestellt werden können.

Trotzdem ist der QR-Code kein vollständiger Ersatz für den klassischen Strichcode. Lineare Formate bleiben im Handel beliebt - sie sind einfach, standardisiert und kompatibel mit Kassen- und Scantechnik.

Eine ausführliche Erklärung zur zweidimensionalen Codierung finden Sie im Beitrag Wie funktionieren QR-Codes? Aufbau, Funktionsweise & Fehlerkorrektur.

Fazit

Der Strichcode ist eine einfache Methode zur automatischen Produktidentifikation - basierend auf der Codierung von Daten durch Balken und Zwischenräume unterschiedlicher Breite. Ein Scanner erkennt deren Abfolge, wandelt sie in eine Kennnummer um und überträgt sie ans Kassensystem zur Produktsuche.

Das große Plus: Schnelligkeit und Genauigkeit. Strichcodes automatisieren den Verkauf, ermöglichen die Bestandskontrolle und das Nachverfolgen von Warenbewegungen ohne manuelle Datenerfassung.

Auch wenn QR-Codes und andere Markierungsmethoden auf dem Vormarsch sind, werden klassische Strichcodes weiterhin genutzt - dank ihrer Einfachheit, niedrigen Druckkosten und Kompatibilität mit Kassensystemen.

Tags:

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