Strichcodes ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Produktidentifikation im Handel. Erfahren Sie, wie Strichcodes aufgebaut sind, wie sie gelesen werden und welche Unterschiede es zu QR-Codes gibt. Der Beitrag erklärt die wichtigsten Strichcode-Typen, ihre Funktionsweise und ihren Einsatz in Handel und Logistik.
Strichcode ist eine Methode zur Codierung von Informationen mittels schwarzer Balken und weißer Zwischenräume unterschiedlicher Breite. Man findet ihn praktisch auf jedem Produkt - von Lebensmitteln bis zu Haushaltsgeräten. Ein Scanner liest diese Abfolge, wandelt sie in einen Zahlencode um und überträgt ihn an ein Computersystem.
Ein Strichcode speichert dabei jedoch nicht den Produktnamen, den Preis oder dessen Eigenschaften. Er enthält in der Regel eine Kennnummer, über die das Kassensystem den passenden Eintrag in der Datenbank findet. Daher kann ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Geschäften unterschiedlich viel kosten, obwohl der Strichcode auf der Verpackung identisch bleibt.
Im Folgenden erklären wir, wie ein Strichcode funktioniert, was die Balken und Ziffern darunter bedeuten und warum eine einfache Linienfolge es der Kasse ermöglicht, ein Produkt blitzschnell zu identifizieren.
Ein Strichcode ist eine grafische Darstellung von Daten, bei der Informationen durch das Wechselspiel von dunklen und hellen Bereichen dargestellt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Text ist diese Darstellung vor allem für die automatisierte Erfassung mit spezieller Technik gedacht.
Jeder Balken und jeder Zwischenraum hat eine bestimmte Breite. Nicht die Anzahl der Linien, sondern ihre Abfolge und Breite codiert Ziffern oder andere Zeichen.
Am Rand des Codes befinden sich sogenannte Ruhezonen - freie helle Bereiche, damit der Scanner den Strichcode besser vom restlichen Verpackungsdesign unterscheiden kann.
Eine wichtige Eigenschaft ist, dass die Breite der Balken immer im Verhältnis zu den anderen Elementen steht. Deshalb kann ein Strichcode in unterschiedlichen Größen gedruckt werden, solange Struktur und Lesbarkeit gemäß Standard erhalten bleiben.
Das Funktionsprinzip basiert darauf, dass Licht unterschiedlich von hellen und dunklen Flächen reflektiert wird. Weiße Zwischenräume reflektieren mehr Licht, schwarze Balken absorbieren einen Großteil. Der Scanner erkennt so die Abfolge der Elemente und wandelt sie in digitale Daten um.
Beispielsweise erhält die Kasse beim Einscannen einer Milchpackung einen Zahlencode, gleicht ihn mit dem Datensatz ab (Name, Preis, weitere Infos) und zeigt diese Informationen auf dem Display sowie auf dem Kassenbon an.
Der Scanner erkennt also nicht das Produkt selbst und bestimmt auch nicht anhand der Verpackung den Preis. Er liest ausschließlich den codierten Identifikator aus.
Moderne Scanner arbeiten mit Lasertechnologie oder Kameras mit Bildsensoren. Kamerabasierte Modelle können neben linearen Strichcodes auch zweidimensionale Codes wie QR-Codes erfassen.
Ein gewöhnlicher Strichcode auf Waren enthält eine eindeutige Kennnummer zur Erfassung und Suche in IT-Systemen. Einer der meistgenutzten Standards ist der EAN-13, der aus 13 Ziffern besteht.
So haben beispielsweise zwei identische Produkte einer Marke, aber mit unterschiedlichem Volumen, meist unterschiedliche Strichcodes. Damit kann die Kasse die Packungen unterscheiden und die richtigen Preise zuordnen.
Preis, Haltbarkeit und Lagerbestand werden in der Regel nicht im EAN-13 gespeichert. Diese Daten liegen in der Datenbank des Geschäfts und sind mit dem Produkt-Identifikator verknüpft.
Die Prüfziffer erhöht zusätzlich die Zuverlässigkeit: Wird eine Ziffer beim Scannen falsch erkannt, kann dies über die Prüfziffer entdeckt und der Code abgelehnt werden.
Genau deshalb bleibt der Strichcode ein einfaches und effektives Werkzeug: Statt viele Informationen auf die Verpackung zu drucken, reicht eine kurze Kennnummer, über die das System alle nötigen Daten abruft.
Strichcodes unterscheiden sich nach der Anzahl der Zeichen, der Codierungsmethode und dem Einsatzzweck. Manche dienen der Kennzeichnung von Waren im Handel, andere werden in Lager, Produktion oder Logistik verwendet.
Im Einzelhandel sind drei Formate am häufigsten:
Alle drei Formate ermöglichen eine schnelle Produktidentifikation an der Kasse. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Struktur und Anzahl der codierten Ziffern.
Außerhalb des Einzelhandels werden Strichcodes eingesetzt, die nicht nur Zahlen, sondern auch Buchstaben oder zusätzliche Steuerzeichen codieren können.
Code 128 wird etwa in der Logistik, Lagerverwaltung und für Versandverpackungen genutzt. Er erlaubt alphanumerische Kennungen, was für die Sendungsverfolgung und Auftragsbearbeitung praktisch ist.
Ein weiteres Format, Code 39, findet sich in der Industrie und bei der Geräteverwaltung. Es unterstützt Zahlen, lateinische Buchstaben und eine begrenzte Zahl an Sonderzeichen.
Die Wahl des Formats richtet sich nach dem Anwendungsfall: Für den Verkauf reicht meist EAN-13, für interne Kennzeichnung oder Logistik sind flexiblere Systeme wie Code 128 gefragt.
Strichcode und QR-Code verfolgen ein ähnliches Ziel: Geräte können Informationen ohne manuelle Eingabe erfassen. Die Art der Datencodierung unterscheidet sich jedoch grundlegend.
Der klassische Strichcode ist linear: Die Informationen werden als Abfolge von Balken und Zwischenräumen dargestellt. Der QR-Code ist ein zweidimensionaler Code - Daten sind horizontal und vertikal als kleine Quadrate angeordnet.
Trotzdem ist der QR-Code kein vollständiger Ersatz für den klassischen Strichcode. Lineare Formate bleiben im Handel beliebt - sie sind einfach, standardisiert und kompatibel mit Kassen- und Scantechnik.
Eine ausführliche Erklärung zur zweidimensionalen Codierung finden Sie im Beitrag Wie funktionieren QR-Codes? Aufbau, Funktionsweise & Fehlerkorrektur.
Der Strichcode ist eine einfache Methode zur automatischen Produktidentifikation - basierend auf der Codierung von Daten durch Balken und Zwischenräume unterschiedlicher Breite. Ein Scanner erkennt deren Abfolge, wandelt sie in eine Kennnummer um und überträgt sie ans Kassensystem zur Produktsuche.
Das große Plus: Schnelligkeit und Genauigkeit. Strichcodes automatisieren den Verkauf, ermöglichen die Bestandskontrolle und das Nachverfolgen von Warenbewegungen ohne manuelle Datenerfassung.
Auch wenn QR-Codes und andere Markierungsmethoden auf dem Vormarsch sind, werden klassische Strichcodes weiterhin genutzt - dank ihrer Einfachheit, niedrigen Druckkosten und Kompatibilität mit Kassensystemen.