Eine IP-Adresse ist die Grundlage für Kommunikation in Netzwerken und im Internet. Erfahren Sie, wie IP-Adressen funktionieren, welche Arten es gibt und warum sie für Geräte unverzichtbar sind. Der Artikel erklärt zudem die Unterschiede zwischen IPv4 und IPv6, sowie zwischen lokalen und öffentlichen IPs.
IP-Adresse - das ist eine Netzwerkadresse, die es Geräten ermöglicht, einander zu finden und Daten auszutauschen. Sie wird von Computern, Smartphones, Routern, Servern, Fernsehern und anderen Geräten verwendet, die mit einem lokalen Netzwerk oder dem Internet verbunden sind.
Wenn ein Nutzer eine Website öffnet, ein Online-Spiel startet oder eine Nachricht sendet, müssen die Daten ihren Empfänger erreichen und wieder zurückkommen. Dafür nutzen Netzwerkprotokolle die IP-Adressen der Geräte, anhand derer die Richtung des Datentransfers bestimmt wird.
Eine IP-Adresse ist dabei nicht immer dauerhaft an ein Gerät gebunden. Es gibt lokale und öffentliche, statische und dynamische Adressen, und moderne Netzwerke verwenden sowohl den Standard IPv4 als auch IPv6. Um die Unterschiede zu verstehen, schauen wir uns zunächst an, was eine IP-Adresse eigentlich ist und welche Rolle sie spielt.
Eine IP-Adresse ist die numerische Adresse eines Geräts in einem Computernetzwerk. Die Abkürzung IP steht für Internet Protocol. Dieses Protokoll legt die Regeln fest, nach denen Daten zwischen Geräten im lokalen Netzwerk und im Internet übertragen werden.
Am einfachsten lässt sich eine IP-Adresse mit einer Hausadresse vergleichen: Damit ein Paketdienst eine Sendung zustellen kann, braucht er die Zieladresse. Ähnlich nutzen Netzwerke IP-Adressen, um zu wissen, an welches Gerät - Computer, Smartphone, Server oder ein anderes - die Daten geschickt werden sollen.
Ein Beispiel für eine IPv4-Adresse: 192.168.1.15. Sie besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255, getrennt durch Punkte. In einem Netzwerk dürfen zwei aktive Geräte nicht die gleiche IP-Adresse haben, sonst kommt es zu Konflikten und die Daten können nicht eindeutig zugeordnet werden.
Die Bezeichnung eines Geräts wie "Laptop" oder "Telefon" reicht für die Netzwerksteuerung nicht aus. Das Netzwerk benötigt eine Adresse in einem bestimmten Format, die automatisch verarbeitet werden kann. Deshalb bekommt jedes Gerät beim Anschluss an das Netzwerk eine IP-Adresse zugewiesen, die es für die Datenübertragung nutzt.
Eine IP-Adresse ist dabei nicht zwangsläufig dauerhaft oder weltweit eindeutig. Manche Adressen gelten nur im Heimnetz, andere werden für die Internetkommunikation genutzt und können sich im Laufe der Zeit ändern. Daher sollte man die IP eher als aktuelle Netzwerkadresse betrachten, nicht als festen Identifikator eines Geräts.
Die Hauptaufgabe einer IP-Adresse ist es, anzugeben, woher die Daten kommen und wohin sie geliefert werden sollen. Informationen werden im Netzwerk nicht als ein kontinuierlicher Strom übertragen, sondern in kleinen Paketen - den sogenannten IP-Paketen. In jedem Paket stehen die Quell- und Zieladresse.
Wenn ein Nutzer eine Website öffnet, erstellt der Computer eine Anfrage und schickt sie ins Netzwerk. Die Pakete passieren Router und weitere Netzknoten, bis sie den Server erreichen. Die Antwort des Servers geht zurück und die IP-Adresse hilft, sie dem richtigen Empfänger zuzuordnen.
Router funktionieren dabei wie Sortierzentren: Sie analysieren die Ziel-IP und bestimmen, wohin das Paket als Nächstes gesendet wird. Zwischen dem heimischen Computer und einem entfernten Server passieren die Daten meist viele verschiedene Router und Netzwerke.
Den gesamten Weg der Daten vom Gerät bis zum entfernten Server erklärt unser Artikel Wie Internet-Traffic-Routing funktioniert: Geschwindigkeit, Stabilität, Einflussfaktoren.
Eine eigene Adresse ist besonders innerhalb eines lokalen Netzwerks wichtig. Wenn Computer, Smartphone und Fernseher gleichzeitig mit dem Heimrouter verbunden sind, muss das Netzwerk diese Geräte unterscheiden können, um die Daten korrekt zuzuweisen. Deshalb erhält jedes Gerät eine eigene lokale IP-Adresse.
Eine eigene IP bedeutet allerdings nicht, dass das Gerät immer direkt aus dem Internet erreichbar ist. Dazwischen können Router, NAT und andere Netzwerkmechanismen stehen. Die IP-Adresse bestimmt in erster Linie die Position eines Geräts oder Netzwerk-Interfaces im jeweiligen Netzwerk und ermöglicht die richtige Weiterleitung des Datenverkehrs.
Normalerweise bekommt ein Gerät seine IP-Adresse automatisch, sobald es sich mit dem Netzwerk verbindet. Zuhause übernimmt das meist der Router: Er erstellt das lokale Netzwerk und verteilt die verfügbaren Adressen an die angeschlossenen Computer, Smartphones, Fernseher und weitere Geräte.
Für die automatische Vergabe von Adressen wird in der Regel das DHCP-Protokoll verwendet. Wenn zum Beispiel ein Smartphone sich mit dem WLAN verbindet, fragt es die Netzparameter ab, und der DHCP-Server im Router weist ihm eine freie lokale IP-Adresse wie 192.168.1.15 zu. Der Laptop bekommt etwa 192.168.1.16, der Fernseher 192.168.1.17.
Solche Adressen dienen dem Datenaustausch im lokalen Netzwerk und werden nicht direkt über das öffentliche Internet geroutet. Dadurch können die gleichen privaten IP-Bereiche gleichzeitig in Millionen von Heim- und Firmennetzen genutzt werden.
Mehr zum automatischen Netzwerk-Setup finden Sie in unserem Artikel DHCP im Heimnetzwerk: automatische IP-Vergabe einfach erklärt.
Um ins Internet zu gelangen, ist eine öffentliche IP-Adresse erforderlich. Diese bekommt in der Regel der Heimrouter vom Internetanbieter. Deshalb unterscheiden sich die IP des Computers im WLAN und die Adresse, die Internetdienste beim Zugriff sehen, meist voneinander.
Hier kommt NAT (Network Address Translation) zum Einsatz. Der Router nimmt Anfragen aus dem lokalen Netzwerk entgegen, leitet sie über seine Internetverbindung weiter und schickt die Antworten an das richtige Gerät zurück. So können mehrere Computer und Smartphones im Haushalt denselben öffentlichen IPv4-Adressbereich nutzen.
Das führt zu einer zweistufigen Struktur: Im Heimnetz hat jedes Gerät eine eigene lokale IP, der Internetzugang erfolgt aber oft über eine gemeinsame öffentliche Adresse. Daher bedeutet die Anforderung einer eigenen IP für jedes Gerät nicht, dass jedes Smartphone oder jeder Computer zwingend eine eigene öffentliche Adresse braucht.
IP-Adressen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Zahlenkombination. Je nach Zweck kann eine Adresse privat oder öffentlich, dynamisch oder statisch sein. Zudem werden heute sowohl IPv4- als auch IPv6-Protokolle genutzt.
Eine private IP-Adresse wird im lokalen Netzwerk verwendet. Solche Adressen vergibt der Router an Computer, Smartphones, Fernseher und andere Geräte im Heimnetz. Sie ermöglichen die Kommunikation im Netzwerk, werden aber nicht direkt über das Internet geroutet.
Eine öffentliche IP-Adresse hingegen dient dem Datenaustausch zwischen Netzwerken über das Internet. Sie wird meist vom Internetanbieter bereitgestellt. Daher unterscheidet sich die externe IP, die eine Website beim Zugriff sieht, oft von der lokalen Adresse des Computers oder Smartphones.
Eine dynamische IP-Adresse wird für einen bestimmten Zeitraum vergeben und kann sich später ändern. Das ist bei den meisten Internetanbietern Standard und reicht für die meisten Nutzer völlig aus - zum Surfen, für Online-Spiele, Videotelefonie und viele Alltagsanwendungen ist keine feste Adresse notwendig.
Eine statische IP-Adresse bleibt dauerhaft oder für längere Zeit erhalten. Sie ist praktisch, wenn regelmäßig auf ein bestimmtes Gerät oder einen Dienst zugegriffen werden soll, etwa beim Hosting eines Servers oder für spezielle Fernzugriffslösungen.
Die meisten bekannten Adressen wie 192.168.1.15 gehören zum Standard IPv4. Hier besteht die Adresse aus 32 Bit, wodurch rund 4,3 Milliarden eindeutige Kombinationen möglich sind. Mit dem Wachstum des Internets wurde dieser Bereich knapp, weshalb private Adressen und NAT-Verfahren notwendig wurden.
Um das Problem zu lösen, wurde IPv6 entwickelt. Dieser Standard verwendet 128-Bit-Adressen, wodurch das Adressspektrum praktisch unbegrenzt ist und eine riesige Anzahl von Netzwerk-Interfaces eindeutig adressiert werden kann - ohne den Mangel, wie er bei IPv4 auftritt.
Die Unterschiede und Gründe für den Umstieg auf den neuen Standard finden Sie im Artikel IPv4 vs. IPv6: Die echten Unterschiede und was Nutzer wissen sollten.
Heute existieren IPv4 und IPv6 parallel. Die Unterstützung für IPv6 wächst, aber IPv4 ist weiterhin weit verbreitet. Moderne Betriebssysteme, Router und Internetdienste können meist mit beiden Protokollen umgehen.
Eine IP-Adresse kann tatsächlich einige Informationen über die Verbindung preisgeben, wird aber oft überschätzt. Über die öffentliche IP lässt sich meist der Internetanbieter und ungefähr die Region bestimmen, aber eine genaue Wohnadresse oder eine konkrete Person zu ermitteln, ist nicht möglich.
Ein Grund dafür sind dynamische IP-Adressen: Der Anbieter kann dem Kunden regelmäßig eine neue Adresse zuweisen, wodurch dieselbe IP zu verschiedenen Zeiten unterschiedlichen Anschlüssen zugeordnet sein kann. Zudem gibt es Netze, in denen viele Nutzer gleichzeitig dieselbe öffentliche IPv4-Adresse verwenden.
Sogar im selben Haushalt weist die öffentliche IP in der Regel nicht auf ein bestimmtes Gerät. Laptop, Smartphone, Fernseher und Spielkonsole haben jeweils eigene lokale Adressen, greifen aber über den gemeinsamen öffentlichen Router-IP aufs Internet zu.
Eine IP-Adresse ist daher kein permanenter "digitaler Pass" für einen Computer oder ein Smartphone. Ihre Hauptaufgabe ist die Netzwerkadressierung und Datenweiterleitung, nicht die eindeutige Identifikation eines bestimmten Geräts.
Für die Identifikation eines Netzwerk-Interfaces innerhalb eines lokalen Segments wird auch die MAC-Adresse verwendet, die auf einer anderen Netzwerkschicht arbeitet. Sie hat eine andere Aufgabe und ersetzt die IP nicht: Die MAC-Adresse wird für die Zustellung von Frames im lokalen Netzwerk verwendet, während IP-Adressen das Routing zwischen verschiedenen Netzwerken ermöglichen.
Eine IP-Adresse ist notwendig, damit das Netzwerk die Quelle und das Ziel der übertragenen Daten bestimmen kann. Sobald ein Computer, Smartphone oder anderes Gerät sich mit dem Netzwerk verbindet, erhält es eine Adresse, anhand derer das Netzwer-equipments weiß, wohin Pakete geschickt werden sollen.
Ein Gerät kann dabei verschiedene Adressen gleichzeitig nutzen. Im Heimnetz erhält der Computer eine private IP, wohingegen der Internetverkehr meist über die öffentliche IP des Routers läuft. Die Adresse kann sich zudem mit der Zeit ändern, weshalb sie kein dauerhafter Identifikator für ein bestimmtes Gerät ist.
Für normale Nutzer ist es vor allem wichtig, zwischen lokalen und öffentlichen IP-Adressen zu unterscheiden und zu wissen, dass eine statische Adresse selten notwendig ist. IPv4 ist aktuell noch weit verbreitet, aber IPv6 löst nach und nach das Problem des begrenzten Adressraums und ermöglicht die Anbindung unzähliger Geräte ohne Mangel an eindeutigen Adressen.