Versteckte Miner und Schadsoftware können Ihren Computer ausbremsen und unbemerkt Ressourcen beanspruchen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie gefährliche Prozesse erkennen, Miner aufspüren und diese sicher entfernen. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und den besten Tools schützen Sie Ihr Windows-System nachhaltig.
Versteckte Miner und Schadsoftware können unbemerkt auf Ihrem Computer laufen und dabei die Ressourcen von Prozessor und Grafikkarte beanspruchen. Dadurch wird Windows langsamer, die Hardware erwärmt sich stärker und die Lüfter laufen laut - selbst wenn keine Spiele oder rechenintensive Programme geöffnet sind.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihren Computer auf Miner überprüfen, verdächtige Prozesse erkennen und schädliche Software entfernen können. Für die Diagnose nutzen wir sowohl die in Windows 10 und 11 integrierten Tools als auch kostenlose Antivirus-Programme.
Ein schädlicher Miner verwendet die Rechenleistung Ihres Computers zur Krypto-Mining - meist ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung. Im Gegensatz zu normalen Programmen arbeitet er möglichst unauffällig, sodass eine Infektion oft ohne Fehlermeldung abläuft.
Eine hohe CPU- oder GPU-Last allein ist noch kein Beweis für einen Miner. Windows führt regelmäßig Updates durch, indiziert Dateien oder scannt im Hintergrund mit einem Virenschutz.
Auch manche Anwendungen nutzen die GPU zur Hardwarebeschleunigung, etwa beim Abspielen von Videos im Browser.
Ein Grund zur Kontrolle liegt vor, wenn die hohe Auslastung dauerhaft und ohne offensichtlichen Grund auftritt - insbesondere, wenn Überhitzung und Verlangsamungen hinzukommen. Manche Miner reduzieren ihre Aktivität, sobald der Task-Manager geöffnet wird. Daher reicht es nicht, nur die Auslastung zu beobachten.
Mit den Bordmitteln von Windows lassen sich verdächtige Aktivitäten aufspüren. Prüfen Sie, welche Prozesse Ressourcen verbrauchen, wo sie gestartet werden und ob darunter unbekannte Programme sind.
Achten Sie auf Prozesse mit seltsamen Namen, vor allem wenn sie dauerhaft Ressourcen verbrauchen. Ein unbekannter Name oder ein Speicherort in AppData ist aber nicht automatisch ein Hinweis auf Schadsoftware.
Beenden oder löschen Sie keine Windows-Systemprozesse, ohne diese vorher zu prüfen. Manche Schadprogramme tarnen sich als Systemdienste. Überprüfen Sie immer die Herkunft der Datei.
Versteckte Miner starten oft automatisch mit Windows. Überprüfen Sie den Autostart unter "Autostart" im Task-Manager.
Für eine detaillierte Diagnose empfehlen sich zwei kostenlose Tools von Microsoft Sysinternals:
Beide Programme sind auf der offiziellen Microsoft-Website erhältlich. In Autoruns können Sie die Anzeige geprüfter Microsoft-Einträge ausblenden, um verdächtige Drittprogramme leichter zu finden.
Verdächtige Dateien sollten Sie auf ihre digitale Signatur prüfen und mit einem Virenscanner scannen. Unbekannte Autostart-Einträge erst recherchieren, bevor Sie sie löschen.
Einige Miner stoppen ihre Aktivität, sobald Überwachungs-Tools wie der Task-Manager laufen. Fehlt eine auffällige Auslastung, ist das noch kein Beweis für ein sauberes System. Führen Sie zur Sicherheit immer einen Virenscan durch.
Auch wenn der Task-Manager keine verdächtigen Prozesse anzeigt, kann Schadsoftware weiterhin im System aktiv sein. Um versteckte Miner zu finden, empfiehlt sich ein Antivirus-Scan, der Dateien, laufende Programme und potenzielle Bedrohungen untersucht.
In Windows 10 und 11 ist Microsoft Defender als Virenschutz integriert und erkennt Miner, Trojaner sowie andere Schadprogramme.
Falls der Standardscan nichts findet, aber weiterhin Verdacht besteht, nutzen Sie den Offline-Scan von Microsoft Defender im gleichen Menü. Dabei wird der Computer neu gestartet und die Prüfung außerhalb von Windows durchgeführt - so werden auch hartnäckige Bedrohungen erkannt.
Mehr Informationen zu den Funktionen des integrierten Virenschutzes finden Sie im Beitrag Microsoft Defender - Kostenloser Virenschutz für Windows 10 und 11.
Laden Sie die Tools nur von den offiziellen Webseiten der Hersteller herunter. Für eine ergänzende Kontrolle reicht meist ein zusätzlicher Scanner, der sich vom Haupt-Antivirus unterscheidet.
Wichtig: Kein Virenschutz erkennt alle versteckten Bedrohungen. Bleibt der Computer auffällig, prüfen Sie Autostart, geplante Aufgaben und führen Sie einen weiteren Offline-Scan durch.
Wird ein schädlicher Miner gefunden, müssen Sie nicht nur die ausführbare Datei löschen, sondern auch die Mechanismen, die den automatischen Start ermöglichen.
taskschd.msc ein und untersuchen Sie unbekannte Aufgaben, die Programme oder Skripte ausführen.Kehrt der Miner nach der Entfernung zurück, ist vermutlich noch ein weiterer schädlicher Bestandteil aktiv. Führen Sie in diesem Fall einen Offline-Scan mit Microsoft Defender und einem alternativen Virenscanner durch.
Eine Neuinstallation des Betriebssystems ist ratsam, wenn sich Schadsoftware immer wieder herstellt, der Antivirus das Problem nicht beheben kann oder Systemkomponenten kompromittiert sind.
Sichern Sie vor der Neuinstallation wichtige Dokumente, Fotos und persönliche Daten. Übertragen Sie keine verdächtigen Dateien, Skripte oder Installationsprogramme. Erstellen Sie das Windows-Installationsmedium nach Möglichkeit an einem sauberen PC.
Nach der Bereinigung sollten Sie die Passwörter wichtiger Konten von einem anderen, vertrauenswürdigen Gerät aus ändern - vor allem, wenn Trojaner oder Datendiebe gemeinsam mit dem Miner gefunden wurden.
Versteckte Miner gelangen meist über infizierte Installer, Raubkopien, Spiel-Mods oder Dateien aus unsicheren Quellen auf den Computer. Mit den folgenden Tipps verringern Sie das Risiko einer erneuten Infektion deutlich:
Seien Sie besonders vorsichtig bei Links aus E-Mails, Messengern und Kommentaren. Gefälschte Download-Seiten verbreiten oft infizierte Installationsdateien unter dem Deckmantel bekannter Programme.
Wie Sie gefährliche Links erkennen, erfahren Sie im Artikel Verdächtige Links erkennen und prüfen: So schützen Sie sich vor Phishing.
Für zusätzlichen Schutz lassen Sie Echtzeitschutz und SmartScreen in Windows aktiviert. Diese Funktionen blockieren bekannte Schadsoftware und warnen vor gefährlichen Downloads.
Ihren Computer auf Miner zu überprüfen ist unkompliziert und gelingt mit dem Task-Manager, Microsoft Defender und weiteren Antiviren-Tools. Eine hohe Auslastung von CPU oder GPU kann auf eine Infektion hindeuten, ist aber kein eindeutiges Zeichen.
Beginnen Sie mit der Prüfung laufender Prozesse und des Autostarts. Führen Sie dann einen vollständigen Systemscan durch. Werden Bedrohungen gefunden, löschen Sie diese und wiederholen Sie die Prüfung nach einem Neustart. Bei Verdacht auf versteckte Schadsoftware empfiehlt sich ein weiterer Offline-Scan mit Microsoft Defender.
Löschen Sie keine unbekannten Systemdateien manuell und verlassen Sie sich nicht nur darauf, dass die Systemauslastung wieder normal ist, um Ihren Computer als sicher anzusehen.