Ein CMOS-Sensor wandelt Licht in digitale Bilddaten um und ist das Herzstück moderner Kameras. Nicht nur Megapixel, sondern Sensorgröße, Pixelarchitektur, Rauschen, Dynamikumfang und Signalverarbeitung bestimmen die Bildqualität. Erfahren Sie, wie CMOS-Sensoren funktionieren, was sie von CCD unterscheidet und worauf es für optimale Fotos wirklich ankommt.
CMOS-Sensor ist ein lichtempfindliches Bauteil, das das durch das Objektiv einfallende Licht in digitale Daten umwandelt. Auf diesem Sensor werden die Grundinformationen des späteren Fotos festgehalten: Helligkeit einzelner Bereiche, Farbe, Details sowie weitere Eigenschaften, die anschließend vom Kameraprozessor verarbeitet werden.
Die Bildqualität hängt jedoch nicht allein von der Anzahl der Megapixel ab. Physische Sensorgöße und die Größe der einzelnen Pixel, das Ausmaß elektronischer Störungen, der Dynamikumfang, die Art der Signalverarbeitung und die Qualität der Nachbearbeitung haben ebenfalls entscheidenden Einfluss. Deshalb können zwei Kameras mit identischer Auflösung deutlich unterschiedliche Fotos liefern.
Die Abkürzung CMOS steht für Complementary Metal-Oxide-Semiconductor - zu Deutsch: komplementärer Metall-Oxid-Halbleiter. Die Bezeichnung beschreibt das Herstellungsverfahren der elektronischen Komponenten des Sensors und nicht direkt das fotografische Prinzip. Diese Technologie ermöglicht es, auf einem einzigen Chip nicht nur lichtempfindliche Elemente, sondern auch einen Großteil der für das Auslesen und Verarbeiten benötigten Elektronik unterzubringen.
Der CMOS-Sensor befindet sich direkt hinter dem Objektiv. Das Licht der aufgenommenen Szene durchläuft die Linsen, wird auf die Sensoroberfläche fokussiert und trifft auf Millionen einzelner lichtempfindlicher Bereiche. Jeder dieser Bereiche registriert einen winzigen Teil des Bildes.
Die Hauptaufgabe des CMOS-Sensors ist es, Licht in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Je mehr Photonen während der Belichtungszeit auf das jeweilige Element treffen, desto stärker ist das resultierende Signal. Nach dem Auslesen werden die Werte digitalisiert und vom Kameraprozessor zur Erstellung des Fotos genutzt.
Zu beachten ist, dass der Sensor selbst noch kein fertiges JPEG-Bild erzeugt. Am Ausgang des Sensors liegt ein Rohdatensatz über das Licht vor. Erst danach übernimmt die Kamera zahlreiche Zusatzaufgaben: Sie rekonstruiert Farben, passt den Weißabgleich an, reduziert Rauschen, erhöht die Schärfe und wandelt die Daten ins gewünschte Format um.
Moderne CMOS-Sensoren sind heute in nahezu allen Arten von Digitalkameras zu finden - von Smartphones und Webcams bis hin zu spiegellosen Systemkameras, professionellen Filmkameras und Machine-Vision-Systemen. Ein Grund für diese Verbreitung ist die Möglichkeit, Bilder schnell und mit relativ geringem Stromverbrauch auszulesen.
Zudem gestattet die CMOS-Technologie die Integration zusätzlicher elektronischer Schaltungen direkt neben den lichtempfindlichen Pixeln. Das vereinfacht die Signalverstärkung, beschleunigt das Auslesen der Daten und ermöglicht Videoaufnahmen mit hohen Bildraten.
Moderne Kamerasensoren sind also weit mehr als nur Flächen mit Millionen lichtempfindlicher Punkte. Sie bilden komplexe Halbleitersysteme, in denen jeder Pixel mit der Ausleseelektronik interagiert und Millionen von Messungen innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einem digitalen Bild zusammengeführt werden.
Ein CMOS-Sensor besteht aus einer Vielzahl lichtempfindlicher Elemente, die in einem regelmäßigen Raster angeordnet sind. In Konsumkameras und Smartphones liegt ihre Anzahl meist im Millionenbereich - daher wird die Sensorauflösung in Megapixeln angegeben. Doch jeder Pixel ist mehr als nur ein "Bildpunkt" - er ist eine winzige elektronische Einheit.
Das zentrale Element eines Pixels ist die Photodiode. Sie reagiert auf einfallende Photonen und speichert eine elektrische Ladung. Je mehr Licht während der Belichtung auf die Photodiode trifft, desto stärker ist das erzeugte Signal.
Neben der Photodiode befinden sich Transistoren, die deren Funktion steuern. Sie ermöglichen das Zurücksetzen der gespeicherten Ladung vor einer neuen Aufnahme, das Auslesen des Signals und dessen Weiterleitung über die Sensorelektronik. Die Anzahl der Transistoren pro Pixel variiert je nach Sensordesign.
Ein Teil der Pixeloberfläche wird von diesen elektronischen Bauteilen und Verbindungen eingenommen, sodass nicht die gesamte Fläche direkt Licht empfängt. Um die Effizienz zu steigern, setzen Hersteller Mikrolinsen ein, die Licht von einer größeren Fläche bündeln und gezielt auf die Photodiode lenken.
Moderne Sensoren verwenden zudem die sogenannte BSI-Technologie (Back-Side Illumination). Hierbei liegt die lichtempfindliche Schicht näher an der Oberfläche, während Leitungen dahinter platziert sind. Das Licht muss somit weniger Hindernisse passieren - besonders vorteilhaft bei den kleinen Pixeln von Smartphone-Sensoren.
Die Photodiode selbst misst nur die Menge des auf sie treffenden Lichts, nicht dessen Farbe. Um Farbbilder zu erzeugen, wird ein Array aus Farbfiltern über die lichtempfindlichen Elemente gelegt.
Am häufigsten kommt das Bayer-Filter zum Einsatz. Klassisch werden dabei rote, grüne und blaue Elemente verwendet. Üblicherweise registriert die Hälfte der Pixel den Grünanteil, die andere Hälfte teilt sich auf Rot und Blau auf.
Somit misst jeder Pixel nur die Intensität eines Farbkanals. Die vollständige Farbinformation jedes Bildpunkts wird später unter Einbeziehung der Nachbarpixel berechnet - dieser Vorgang wird Demosaicing genannt.
Oberhalb der Farbfilter befinden sich häufig Mikrolinsen, die gerade bei hochauflösenden Sensoren mit kleinen Pixeln entscheidend sind: Je kleiner der lichtempfindliche Bereich, desto schwieriger ist es, das Licht effizient zu bündeln.
Die Pixelgröße eines CMOS-Sensors wird meist in Mikrometern angegeben - beispielsweise 0,8, 1,0 oder 1,4 µm, abhängig von Sensortyp und Größe.
Wird die Zahl der Pixel erhöht, ohne die Sensorfläche zu vergrößern, werden die einzelnen Pixel kleiner. Zwei Sensoren gleicher Fläche mit 12 bzw. 48 MP haben also unterschiedlich große lichtempfindliche Elemente.
Größere Pixel können mehr Photonen in derselben Zeit sammeln. Das stärkt das Nutzsignal und kann das Signal-Rausch-Verhältnis besonders bei wenig Licht verbessern. Mehr Auflösung allein garantiert deshalb keine bessere Bildqualität.
Viele kleine Pixel ermöglichen jedoch bei guter Optik und ausreichendem Licht eine höhere Detailauflösung. Hersteller suchen daher stets einen Kompromiss zwischen Auflösung, Sensorgröße, Pixelgröße und Rauschverhalten.
Im Smartphone-Bereich wird das Problem zum Teil durch Pixel-Binning gelöst: Mehrere benachbarte Pixel werden zu einem größeren Bildpunkt zusammengefasst, um die Lichtausbeute zu erhöhen und das Rauschen bei wenig Licht zu reduzieren - das Bild hat dann allerdings eine geringere Auflösung.
Deshalb ist nicht allein die Anzahl der Pixel entscheidend. Die physikalische Konstruktion von Photodioden, Mikrolinsen, Farbfiltern und Ausleseschaltungen bestimmt maßgeblich, wie viel Licht der Sensor erfassen und wie hochwertig das Ausgangssignal sein kann.
Die Arbeit des CMOS-Sensors beginnt, sobald das Licht durch das Objektiv fällt und auf der Sensoroberfläche fokussiert wird. Jeder Pixel erhält einen kleinen Teil des Lichtstroms und wandelt ihn in ein elektrisches Signal um. Millionen dieser Signale werden ausgelesen, verstärkt und digitalisiert.
Zunächst treffen die Photonen auf die Photodioden. Während der Belichtungszeit sammelt jede Photodiode eine elektrische Ladung, deren Größe von der Lichtmenge abhängt. Helle Bildbereiche erzeugen ein stärkeres, dunkle ein schwächeres Signal.
Nach der Belichtung werden die gespeicherten Werte ausgelesen. Beim CMOS-Sensor übernehmen Transistoren in direkter Nachbarschaft zu den Photodioden diese Aufgabe. Sie verbinden die einzelnen Pixel mit den Ausleseleitungen und übermitteln die Informationen schrittweise weiter.
Das Signal ist zunächst analog. Es wird verstärkt und anschließend vom Analog-Digital-Wandler (ADC) digitalisiert. Je höher die Bit-Tiefe, desto mehr Helligkeitsstufen lassen sich speichern.
Beispielsweise stehen bei einer 12-Bit-Wandlung 4096 Stufen pro Messung zur Verfügung, bei 14 Bit bereits 16.384. Das steigert nicht automatisch die Bildqualität, gestattet aber feinere Helligkeitsabstufungen, sofern der Sensor diese erfassen kann.
Nach der Wandlung erhält die Kamera einen Zahlenwert für jeden Pixel, doch das ist noch kein fertiges Foto. Der Prozessor muss Farben rekonstruieren, den Weißabgleich anwenden, Rauschen reduzieren, Schärfe optimieren und weitere Aufgaben erfüllen.
Beim Speichern im RAW-Format bleiben viele Ausgangsinformationen für die spätere Bearbeitung erhalten. JPEG hingegen wird bereits in der Kamera bearbeitet und bietet deutlich weniger Spielraum für nachträgliche Korrekturen.
Eine Besonderheit der meisten CMOS-Sensoren ist, dass die Daten nicht von allen Zeilen gleichzeitig ausgelesen werden. Der Sensor verarbeitet die Pixelreihen nacheinander - von oben nach unten oder in einer anderen festgelegten Reihenfolge.
Selbst bei kurzen Belichtungszeiten vergeht zwischen dem Auslesen der ersten und der letzten Zeile etwas Zeit. Bei unbewegten Motiven fällt das kaum auf, doch sich schnell bewegende Objekte können sich währenddessen verschieben.
So entsteht der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt: Ein schnell rotierender Propeller erscheint verbogen, vertikale Linien werden bei ruckartiger Kamerabewegung schräg. Je länger der Sensor zum Auslesen des gesamten Bildes benötigt, desto stärker treten diese Verzerrungen auf.
Einige aktuelle Kameras nutzen sehr schnelle Sensoren oder einen Global Shutter, bei dem alle Pixel nahezu gleichzeitig ausgelesen werden. Mehr zu diesem Ansatz erfahren Sie im Beitrag Global Shutter: Revolution der Smartphone-Fotografie ohne Bildverzerrungen.
Die Auslesegeschwindigkeit beeinflusst auch Videofunktionen, Serienbildraten und den elektronischen Verschluss. Ein schneller Sensor ermöglicht mehr Bilder pro Sekunde und verringert Verzerrungen bei Bewegung.
Der Weg vom Licht zum Bild umfasst also mehrere Schritte: Photonen erzeugen Ladung in den Photodioden, die Elektronik liest sie aus, das Signal wird verstärkt, digitalisiert und vom Kameraprozessor zu einem sichtbaren Foto verarbeitet.
Digitales Rauschen entsteht, weil das Signal eines CMOS-Sensors nie vollständig frei von Störungen ist. Neben den Lichtinformationen registriert der Sensor zufällige Schwankungen, die sowohl physikalisch bedingt als auch auf die Elektronik zurückzuführen sind.
Rauschen zeigt sich im Foto meist als zufällige Helligkeits- oder Farbschwankungen benachbarter Pixel. Besonders auffällig ist es in dunklen, gleichmäßigen Bereichen wie Nachthimmel, Schatten oder unscharfem Hintergrund.
Eine Hauptquelle ist das Photonen- bzw. Quantisierungsrauschen. Das Licht trifft in einzelnen Photonen ein, deren Anzahl in einem bestimmten Zeitraum zufällig leicht schwankt. Je weniger Licht ein Pixel erhält, desto stärker fallen diese Schwankungen im Verhältnis zum Nutzsignal ins Gewicht.
Photonenrauschen existiert selbst in nahezu perfekten Sensoren und lässt sich elektronisch nicht vollständig eliminieren, da es der Natur des Lichts entspricht.
Eine weitere Ursache ist das Ausleserauschen. Es entsteht in Transistoren, Verstärkern, Analog-Digital-Wandlern und anderen elektronischen Bauteilen des Sensors. Moderne Sensoren können dieses Rauschen gut kontrollieren, aber nicht ganz verhindern.
Auch thermisches Rauschen tritt auf: Bei Erwärmung des Sensors steigt die zufällige Bewegung von Ladungsträgern, wodurch zusätzliche Signale selbst ohne Lichteinfall entstehen können. Das ist vor allem bei langen Belichtungszeiten bemerkbar.
Neben dem zufälligen Rauschen gibt es Fixed-Pattern-Noise, also kleine konstante Unterschiede zwischen einzelnen Pixeln oder Auslesekanälen. Kameras kompensieren einen Großteil davon per Kalibrierung und Software.
Entscheidend ist nicht die absolute Rauschmenge, sondern das Verhältnis von Nutzsignal zu Rauschen. Bei viel Licht erzeugt ein Pixel ein starkes Signal, auf dessen Hintergrund die Abweichungen weniger ins Gewicht fallen.
Im Dunkeln kehrt sich das um: Bei wenig Licht ist das Nutzsignal schwach, während das Eigenrauschen des Sensors bestehen bleibt. Die Unterschiede zwischen echter Information und zufälligen Störungen werden so viel sichtbarer.
Deshalb wirken Fotos bei Tageslicht meist sauber, selbst mit kleinen Smartphone-Sensoren, während bei Nacht Farbflecken, Körnigkeit und Detailverluste auftreten.
Längere Belichtungszeiten helfen, mehr Licht zu sammeln und so das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern. Allerdings besteht bei bewegten Motiven die Gefahr von Unschärfe und bei Freihandaufnahmen von Verwacklungen.
ISO wird oft als Lichtempfindlichkeit des Sensors verstanden, doch tatsächlich erhöht eine höhere ISO-Einstellung nicht die Photonenausbeute der Photodioden. Die Lichtmenge wird durch Beleuchtung, Blende und Belichtungszeit bestimmt.
Die ISO-Anpassung bedeutet vor allem eine Verstärkung des vom Sensor gelieferten Signals. Ist das Ursprungssignal schwach, wird es verstärkt, um ein ausreichend helles Bild zu erhalten.
Das Problem: Mit dem Nutzsignal werden auch die darin enthaltenen Störungen mitverstärkt. Ein Foto bei ISO 6400 wirkt daher meist viel körniger als eines bei ISO 100, insbesondere wenn wenig Licht vorhanden ist.
Die ISO-Einstellung ist jedoch nicht die eigentliche Ursache des Rauschens. Wenn nur wenig Licht auf den Sensor trifft, ist das Signal-Rausch-Verhältnis bereits schlecht. ISO sorgt lediglich dafür, dass das schwache Signal sichtbar wird.
Der wirksamste Weg zu rauscharmen Bildern ist es also, dem Sensor möglichst viel Licht zu geben - durch offene Blende, längere Belichtungszeit oder zusätzliche Beleuchtung, sofern möglich.
Auch die Pixelgröße spielt eine Rolle: Größere lichtempfindliche Flächen können unter gleichen Bedingungen mehr Photonen sammeln und haben deshalb bei wenig Licht oft Vorteile. Allerdings bestimmen auch Sensordesign, Effizienz der Photodioden, Ausleseelektronik und Bildverarbeitungsalgorithmen das Rauschverhalten mit.
Die Qualität eines CMOS-Sensors lässt sich nicht an einer einzelnen Kennzahl festmachen. Faktoren wie Auflösung, physikalische Größe, Pixelgröße, Dynamikumfang und Rauschverhalten stehen in Wechselwirkung. Auch das Endergebnis hängt von Objektiv und Bildverarbeitung ab.
Eine Kamera mit weniger Megapixeln kann deshalb unter bestimmten Bedingungen bessere Fotos liefern als ein Modell mit höherer Auflösung - gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Die Sensorgröße bestimmt, wie viel Licht die Kamera erfassen kann. Bei gleicher Technologie erlaubt ein größerer Sensor entweder größere Pixel oder eine höhere Auflösung, ohne dass die lichtempfindlichen Flächen zu klein werden.
Daher unterscheiden sich Smartphone-, Micro-Four-Thirds-, APS-C- und Vollformatsensoren deutlich in ihrer Fläche. Mehr Megapixel auf kleinem Sensor bedeuten, dass immer mehr Photodioden auf begrenztem Raum untergebracht werden müssen.
Die Pixelgröße ist vor allem bei wenig Licht wichtig: Je größer die lichtempfindliche Fläche, desto mehr Photonen kann sie während einer Belichtung aufnehmen. Das Nutzsignal wird stärker und überdeckt das Rauschen besser, sodass mehr Details erhalten bleiben.
Allerdings ist die Regel "je größer der Pixel, desto besser" zu einfach. Neue Technologien wie BSI, verbesserte Mikrolinsen, optimierte Ausleseschaltungen und effizientere Photodioden ermöglichen es auch kleinen Pixeln, deutlich leistungsfähiger zu sein als noch vor einigen Jahren.
Zudem sollte die Bewertung einzelner Pixel immer im Zusammenhang mit der Sensorfläche und der endgültigen Bildauflösung erfolgen. Beim Verkleinern des Fotos tragen mehrere kleine Pixel gemeinsam zur Darstellung eines Bildpunkts bei, was einen Teil ihres Rauschens kompensiert.
Der Dynamikumfang gibt an, wie groß der Helligkeitsunterschied zwischen hellen und dunklen Bildbereichen sein darf, den die Kamera gleichzeitig erfassen kann.
Stellen Sie sich ein Porträt vor einem hellen Fenster vor: Ist der Dynamikumfang zu gering, werden entweder die Gesichtszüge korrekt abgebildet und der Hintergrund überstrahlt, oder umgekehrt - das Gesicht wird zu dunkel, wenn die Belichtung für draußen angepasst wird.
Ein Sensor mit großem Dynamikumfang kann mehr Details in Lichtern und Schatten gleichzeitig bewahren. Das ist besonders bei Landschafts-, Innen- und Sonnenuntergangsaufnahmen oder generell bei stark kontrastreichen Szenen von Vorteil.
Nach oben wird der Dynamikumfang durch die maximale Ladung begrenzt, die ein Pixel speichern kann. Wird es zu hell, sättigt die Photodiode und weitere Helligkeitsunterschiede können nicht mehr erfasst werden - solche Bereiche erscheinen im Foto als ausgefressene Flächen ohne Zeichnung.
Nach unten begrenzen das Rauschen und die Sensorelektronik die Dynamik. Ist das Nutzsignal zu schwach im Verhältnis zum Rauschen, lassen sich die Details in den Schatten nicht mehr zuverlässig rekonstruieren.
Der Dynamikumfang hängt also eng mit der Pixelarchitektur, der Effizienz der Photodioden und der Ausleseelektronik zusammen.
Die Megapixel-Anzahl gibt an, wie viele einzelne Punkte ein Sensor zur Bildaufnahme nutzt. Höhere Auflösung erlaubt mehr Details, größere Ausdrucke und stärkeres Zuschneiden.
Doch zusätzliche Pixel sind nur dann nützlich, wenn das Gesamtsystem ihnen genügend Bildinformationen liefert. Die Auflösung des Objektivs, die Präzision des Autofokus, Bewegungen und das Rauschverhalten können den Vorteil vieler Megapixel zunichtemachen.
Beispielsweise bedeutet die Verdopplung der Sensorauflösung von 24 auf 48 MP zwar doppelt so viele Pixel, aber nicht die doppelte Detailauflösung in Breite und Höhe - der Zuwachs ist geringer.
Gerade bei Smartphones sollte man Megapixel-Angaben kritisch betrachten: Sensoren mit 50, 108 oder 200 MP nutzen oft Pixel-Binning, sodass Standardbilder in deutlich geringerer Auflösung gespeichert werden.
Wichtiger ist die Gesamtheit der Eigenschaften: Sensorgröße, Auflösung, Auslesegeschwindigkeit, Dynamikumfang, Rauschen und Bildverarbeitungsmöglichkeiten.
Vor dem Siegeszug der CMOS-Technik kamen in der Digitalfotografie häufig CCD-Sensoren zum Einsatz. Bei ihnen wurde die gespeicherte Ladung nacheinander durch den Sensor zur Ausleseelektronik geleitet, während bei CMOS ein Großteil der Ausleseschaltungen direkt neben den Pixeln sitzt.
Frühere CCDs galten lange als besonders homogen und rauscharm. Doch die CMOS-Technologie entwickelte sich schneller und brachte entscheidende Vorteile: geringerer Stromverbrauch, schnellere Auslesung und Integration zusätzlicher Elektronik direkt auf dem Chip. Zudem lässt sich CMOS gut mit modernen Halbleiterfertigungen skalieren.
Deshalb sind CMOS-Sensoren heute Standard für nahezu alle Digitalkameras - von Smartphones bis zu Profimodellen.
Allerdings liefert der Sensor nur die Rohdaten. Wie diese zum fertigen Foto verarbeitet werden, hängt vom Prozessor und den Algorithmen ab. Das zeigt sich besonders bei Smartphones, wo mehrere Aufnahmen kombiniert werden, um Rauschen zu reduzieren und den Dynamikumfang zu erweitern. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Computational Photography: Wie KI die Smartphone-Fotografie revolutioniert.
Bewerten Sie die Bildqualität daher immer im Gesamtkontext. Ein guter CMOS-Sensor sollte effizient Licht sammeln, einen breiten Dynamikumfang bieten und ein möglichst sauberes Signal liefern - das Endergebnis hängt jedoch vom Zusammenspiel von Sensor, Optik und Bildverarbeitung ab.
Der Hauptunterschied liegt im Ausleseprinzip: Bei CCD wird die gesammelte Ladung nacheinander durch den Sensor zur Ausleseelektronik weitergeleitet. Bei CMOS befinden sich viele Ausleseschaltungen direkt neben den Pixeln, was eine schnellere Datenübertragung und geringeren Stromverbrauch ermöglicht.
Moderne CMOS-Sensoren haben CCDs in Massenkameras fast vollständig ersetzt - dank ihrer Geschwindigkeit, des niedrigeren Energieverbrauchs und der Möglichkeit, zusätzliche Elektronik direkt auf dem Chip zu integrieren.
Nicht immer, aber große Pixel bieten bei wenig Licht physikalische Vorteile. Sie können mehr Photonen in derselben Zeit sammeln, was das Nutzsignal gegenüber dem Rauschen stärkt.
Bei guter Beleuchtung können viele kleine Pixel eine höhere Detailauflösung liefern. Die Qualität hängt vom Zusammenspiel von Sensorgröße, Auflösung, Photodioden-Design, Optik und Bildverarbeitung ab.
Eine Erhöhung des ISO-Werts steigert nicht die Lichtmenge auf dem Sensor. Die Kamera verstärkt das vorhandene schwache Signal, wodurch auch das darin enthaltene Rauschen sichtbarer wird.
Besonders deutlich tritt das Rauschen bei Aufnahmen in dunkler Umgebung auf, wenn wenige Photonen auf die Photodioden treffen und das Signal-Rausch-Verhältnis schlechter wird.
Ja, aber ein größerer Sensor garantiert nicht automatisch bessere Fotos. Bei vergleichbarer Technologie ermöglicht ein großer Sensor mehr Lichtaufnahme und größere Pixel ohne starken Auflösungsabfall.
Das bringt Vorteile bei wenig Licht und sorgt für einen größeren Dynamikumfang. Das Endergebnis hängt jedoch auch von Objektiv, Sensorelektronik, Bildprozessor und Algorithmen ab.
Der CMOS-Sensor wandelt Licht durch Millionen lichtempfindlicher Pixel in ein Bild um. Jede Photodiode sammelt eine Ladung entsprechend der Anzahl einfallender Photonen. Anschließend wird das Signal ausgelesen, verstärkt, digitalisiert und vom Kameraprozessor verarbeitet.
Die Qualität eines Sensors bemisst sich nicht allein nach Megapixeln. Mindestens ebenso wichtig sind die physische Größe von Sensor und Pixeln, das Rauschverhalten, der Dynamikumfang, die Auslesegeschwindigkeit und die Effizienz der lichtempfindlichen Elemente.
Beim Kameravergleich lohnt daher der Blick auf das Gesamtsystem statt auf eine einzelne Auflösungszahl. Ein großer, moderner CMOS-Sensor mit leistungsfähiger Elektronik kann ein saubereres Bild mit mehr Details bei schwierigen Lichtverhältnissen liefern - eine hohe Megapixelzahl allein garantiert das jedoch nicht.