Resizable BAR und Smart Access Memory bieten Gamern spürbar mehr FPS und Performance in modernen Spielen. Erfahren Sie, wie die Technologien funktionieren, welche Hardware Sie benötigen und wie Sie die Funktion im BIOS aktivieren. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung holen Sie das Maximum aus Ihrem System heraus.
Resizable BAR und Smart Access Memory sind innovative Technologien, die Gamer für mehr FPS und eine bessere Performance in modernen Spielen nutzen können. Sie ermöglichen dem Prozessor, effizienter mit der Grafikkarte zu kommunizieren und Engpässe bei der Datenübertragung zu vermeiden. In diesem Artikel erklären wir, wie diese Technologien funktionieren, worauf Sie bei der Kompatibilität achten müssen und wie Sie die Funktion Schritt für Schritt im BIOS aktivieren.
Früher konnte der Prozessor (CPU) nur in kleinen Blöcken von 256 MB auf den Grafikspeicher (VRAM) zugreifen. Für ältere Spiele und niedrige Auflösungen war das ausreichend, doch heutige Games mit vielen Details und großen Texturen erfordern ständige Übertragung riesiger Datenmengen. Das 256-MB-Limit führte zu Mikrolags und bremste das maximale FPS-Potenzial aus.
Resizable BAR (Base Address Register) hebt diese Begrenzung auf der PCI-Express-Schnittstelle auf. Nach der Aktivierung kann der Prozessor auf den gesamten Speicher der Grafikkarte gleichzeitig zugreifen. Daten werden in großen Paketen übertragen, was die Auslastung des Busses reduziert und das Laden von Assets beschleunigt. Wer tiefer in das Thema VRAM-Verteilung einsteigen möchte, findet weitere Informationen im Artikel Wie viel VRAM braucht man fürs Gaming?.
Viele verwechseln die Begriffe und fragen sich, worin sich Smart Access Memory (SAM) von AMD und die Lösung von NVIDIA unterscheiden. Technisch handelt es sich um dieselbe Funktion auf Basis des offenen PCIe-Standards. Unterschiede gibt es nur beim Marketing und bei den Software-Anpassungen der Hersteller.
SAM ist der Markenname von AMD und wurde zunächst exklusiv für Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikkarten eingeführt. NVIDIA hat die Funktion unter dem Begriff Resizable BAR für die GeForce-RTX-Serien aktiviert. Beide Lösungen funktionieren nach demselben Prinzip und sind plattformübergreifend verfügbar - unabhängig vom Hersteller Ihrer Hardware.
In der Praxis funktioniert die Technologie tatsächlich, aber ein magischer Anstieg der Bildrate um das Doppelte ist nicht zu erwarten. Im Durchschnitt liegt der kostenlose Leistungsgewinn bei 5-10 %, in einigen gut optimierten Spielen sogar bei bis zu 15 %. Besonders deutlich wird der Effekt in Open-World-Spielen mit großen Texturen, bei denen ständig Daten nachgeladen werden. Für weitere Software-Tuning-Tipps empfehlen wir unseren Beitrag FPS in Spielen erhöhen - ohne neue Hardware.
Es kann vorkommen, dass die Aktivierung keinen Unterschied macht - das hängt vom jeweiligen Spiel und dessen Engine ab, wie stark zwischen CPU und VRAM kommuniziert wird.
Die klare Antwort: Ja, aktivieren Sie diese Funktion. Manche Nutzer befürchten, dass Resizable BAR in älteren, schlecht optimierten Spielen zu Mikrorucklern führen könnte. Hardwarehersteller haben dieses Problem jedoch längst per Software gelöst.
NVIDIA nutzt beispielsweise eine Whitelist: Resizable BAR greift nur in Spielen, bei denen ein Leistungsplus garantiert ist. In allen anderen Fällen ignoriert die Grafikkarte die neue Zugriffsmethode und arbeitet wie bisher. Daher ist das dauerhafte Aktivieren absolut sicher.
Damit Resizable BAR funktioniert, muss Ihr System bestimmte Hardware-Voraussetzungen erfüllen. Die Technologie basiert auf modernen Schnittstellen-Standards und ist auf sehr alten Systemen nicht aktivierbar.
Wichtig: Das Mainboard muss im UEFI-Modus laufen. Der veraltete CSM-(Compatibility Support Module)-Modus muss im BIOS deaktiviert sein. Andernfalls erscheinen die nötigen Einstellungen nicht.
Um die Funktion einzuschalten, öffnen Sie das Mainboard-BIOS. Starten Sie Ihren PC neu und drücken Sie während des Bootvorgangs wiederholt Entf oder F2. Je nach Hersteller finden Sie die Einstellungen unter "Advanced", "Boot" oder "PCI Subsystem Settings".
Auch schnelle SSDs haben Einfluss auf die Ladezeiten von Texturen. Mehr dazu im Artikel DirectStorage: Schnellere Ladezeiten und flüssiges Gaming unter Windows 11.
Speichern Sie zum Schluss die Änderungen mit F10 und starten Sie den PC neu.
Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Tool GPU-Z. Starten Sie das Programm und schauen Sie im unteren Bereich des Fensters nach. Ist Resizable BAR als "Enabled" markiert, ist die Funktion aktiv. Ein Klick darauf zeigt Details zu den Anforderungen und eventuellen fehlenden Komponenten.
NVIDIA-Nutzer: Öffnen Sie die "NVIDIA Systemsteuerung", gehen Sie auf "Hilfe" → "Systeminformationen" und suchen Sie den Eintrag "Resizable BAR" - dort sollte "Ja" stehen.
Radeon-Nutzer: Im Programm "AMD Software: Adrenalin Edition" unter "Leistung" → "Einstellungen" sollte ganz unten der Schalter für Smart Access Memory aktiviert sein.
Resizable BAR zeigt, wie viel Potenzial in Software-Optimierung steckt - ganz ohne zusätzliche Kosten. Die Technologie beseitigt alte Hardware-Beschränkungen und ermöglicht eine effizientere Zusammenarbeit von CPU und GPU. Der Leistungszuwachs variiert je nach Spiel, aber ein Leistungsverlust ist ausgeschlossen.
Wenn Ihr System die Voraussetzungen erfüllt, sollten Sie Resizable BAR unbedingt aktivieren. Nur wenige Minuten BIOS-Konfiguration sorgen für flüssigeres Gameplay, höhere FPS und schnellere Ladezeiten in modernen Spielen.